Hörgeräte mit 19 Jahren

3. Februar 2018

Man mag denken, dass man mit 19 Jahren kern gesund ist und denkt nicht darüber nach, dass Dinge, die eher ältere Menschen treffen auch uns treffen können. Ich bin 19 Jahre alt und trage seid 3 Jahren Hörgeräte.

Wie kam es dazu?

Als ich ca. 14 Jahre alt war, ist meiner Mama immer häufiger aufgefallen, dass ich häufig nachfragen muss, was Sie gesagt hat. Außerdem habe ich abgefangen immer lauter zu sprechen. Was besonders auffällig war, war die Lautstärke meiner Musik oder meines Fernsehers. Ich habe immer so laut Musik gehört, dass meine Mama sie auch im Wohnzimmer eine Etage tiefer deutlich verstehen konnte.

Auch den Fernseher habe ich immer auf maximale Lautstärke gemacht. Für mich hat sich beides immer wie Zimmerlautstärke angehört. In Wirklichkeit war es viel lauter.

Als ich dann zu ersten Mal beim HNO ( Hals-Nasen-Ohren Arzt) war, wurde festgestellt, das ich schlechter höre, doch es wurde erst einmal beobachtet.

Ca. zwei Jahre später sind wir dann noch einmal zum HNO und dort wurde erneut ein Hörtest gemacht. Da ich immer mehr Schwierigkeiten bekommen hatte, wenn es darum ging andere Menschen zu verstehen oder Gesprächen zu folgen. Man hat festgestellt, dass ich schwerhörig bin in den hohen Tönen.

Bei diesem Termin wurde dann entscheiden, dass ich Hörgeräte bekomme. Für mich war es komisch das zu hören, da ich ja erst 16 Jahre alt war und nie im Leben damit gerechnet hatte, das ich Hörgeräte bekommen soll.

Auf zum Hörgeräteakustiker

Der HNO hat mit dann ein Rezept über diese Hörgeräte mitgegeben, womit ich zu einem Hörgeräteakustiker sollte.

Ich habe mich darauf hin für Amplifon entschieden. Dort wurde ich bestens beraten und habe mich total wohl dort gefühlt.

Für meine Hörgeräteakustikerin war es auch sehr ungewöhnlich so eine junge Kundin zu haben. Sie hatte Spaß daran mit mir zu ,,arbeiten“ und hat sich immer gefreut, wenn wir wieder einen neuen Termin hatten.

In den ersten vier Wochen war ich einmal die Woche bei Ihr und habe genau berichtet, was doof ist und was gut ist. Bedeutet also, dass ich mir über den Tag Stichpunkte aufgeschrieben habe. Immer wenn ich gemerkt habe, dass mir etwas zu laut ist oder es knistert, wenn ein bestimmtes Geräusch auftaucht, dann habe ich mir das notiert und meiner Hörgeräteakustikerin mitgeteilt bei unseren Terminen.

Während dieser vier Wochen habe ich zwei verschiedene Hörgeräte getestet. Beide waren von unterschiedlichen Herstellern und auch von der Qualität waren diese beiden total unterschiedlich. Am Ende habe ich mich für das erste entschieden. Diese sind von er Marke Phonak. Ich hatte bei diesem Hersteller eine gute Auswahl an Farben. Deshalb hatte ich mich auch für Rosa Metallic entschieden. Meine Mama meinte immer, dass ich schwarz nehmen soll, wegen meiner Brille, dann fallen die Hörgeräte nicht so doll auf, doch ich dachte mir, wenn ich schon Hörgeräte tragen soll, dann können sie auch eine schöne Farbe haben und mir gefallen.

Man benötigt Zeit um sich an Hörgeräte zu gewöhnen, da es sich am Anfang wie durch Lautsprecher anhört. Bis sich das Gehirn daran gewöhnt hat dauert es einige Tage oder auch Wochen. Am besten trägt man die Hörgeräte vom Beginn an den ganzen Tag, auch wenn es sehr anstrengend ist und auch schmerzhaft sein kann. Ich hätte sie am Tag ca. zwei Stunden raus nehmen können, doch ich habe mich da durch gekämpft und sie den ganzen Tag getragen.

Wenn man sich dann daran gewöhnt hat ist es eine Erleichterung für den Kopf, da man ohne sich so doll anstrengen zu müssen gut hört. Man hört auch Dinge, die man zuvor noch nie gehört hat. Ich wusste vorher nicht, dass der Regen am Fenster so laut ist. Natürlich muss man diese Eindrücke erst ein mal verarbeiten.

In großen Menschenmengen habe ich heute noch Probleme mich auf eine Person zu konzentrieren oder diese zu verstehen. Am besten schauen mich die Leute an, wenn sie mir etwas erzählen. In der Schule wissen meine Lehrer auch über meine Hörgeräte bescheid, was wichtig ist, da sie so wissen, dass es für mich einfacher ist, wenn sie nicht mit dem Rücken zur Klasse stehen und dann etwas erklären.

Sich mit den Hörgeräten anrangieren

Meine Hörgeräte sind für mich keine Behinderung in keiner Art und Weise. Sie gehören zu mir genauso wie meine Brille. Wenn mich jemand schief ansieht, dann soll er doch!!!!! Ich bin froh meine zwei kleinen Helfer zu haben, denn ich möchte nicht nur hören, sondern auch VERSTEHEN!!

Leider habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass ich darum gebeten wurde meine Hörgeräte zu überdecken. Ich solle doch eine andere Frisur tragen oder mir ein Haarband um den Kopf machen, dass man die Hörgeräte nicht mehr sieht. Darauf hin habe ich geantwortet, dass dies nicht geht, da das sonst zu viel hinter den Ohren ist. Und man sieht die Hörgeräte bei fast jeder Frisur, außer bei offenen Haaren.

Was ich damit sagen möchte ist, dass man isch nicht verstecken muss und dazu stehen sollte, wenn man Hörgeräte hat oder ein CI oder andere kleine Helfer, die uns den Alltag einfacher machen.

Eure Laura

 

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